Was ist Linux?
Grundlagen
Was ist Linux?
Linux ist ein freies, quelloffenes Betriebssystem, das heute auf Milliarden von Geräten läuft: auf Servern im Rechenzentrum, auf Smartphones (Android baut auf dem Linux-Kernel auf), in Routern, Smart-TVs, Autos und natürlich auf klassischen Desktop-Rechnern. Streng genommen bezeichnet „Linux“ nur den Kernel – das Herzstück, das Hardware und Software miteinander verbindet. Was die meisten Menschen „Linux“ nennen, ist eigentlich eine Kombination aus diesem Kernel und vielen weiteren Programmen.
Der Kernel
Der Kernel verwaltet die zentralen Ressourcen des Computers: Prozessor (CPU-Zeit), Arbeitsspeicher, Festplatten, Netzwerkkarten und andere Geräte. Wenn ein Programm eine Datei lesen oder Daten ins Netz schicken will, fragt es nicht direkt die Hardware, sondern bittet den Kernel darum – über sogenannte Systemaufrufe (System Calls). Der Kernel sorgt dafür, dass sich Programme nicht gegenseitig stören und dass alle fair Rechenzeit bekommen.
Linus Torvalds veröffentlichte den ersten Linux-Kernel 1991 als Student. Heute arbeiten Tausende Entwickler weltweit daran. Welchen Kernel dein System nutzt, zeigt dir uname:
$ uname -r 6.18.5-arch1-1 $ uname -a Linux meinpc 6.18.5-arch1-1 #1 SMP x86_64 GNU/Linux
GNU und das gesamte System
Ein Kernel allein ist nutzlos – du brauchst auch eine Kommandozeile (Shell), Compiler, Textwerkzeuge und Bibliotheken. Viele dieser grundlegenden Programme stammen aus dem GNU-Projekt von Richard Stallman, das schon vor Linux existierte. Deshalb sprechen Puristen korrekt von GNU/Linux: GNU liefert die Werkzeuge, Linux den Kernel. Befehle wie ls, cp oder cat kommen aus den GNU Coreutils.
Distributionen
Da niemand Kernel, Shell und Hunderte Programme einzeln zusammensuchen möchte, gibt es Distributionen. Eine Distribution bündelt den Kernel, GNU-Werkzeuge, einen Paketmanager, eine grafische Oberfläche und viele Anwendungen zu einem fertigen, installierbaren System. Bekannte Beispiele sind Ubuntu, Debian, Fedora und Arch Linux. Mehr dazu im Kapitel Distributionen.
Open Source & Freie Software
Linux steht unter der GPL (General Public License). Das bedeutet: Der Quellcode ist für jeden einsehbar, du darfst ihn nutzen, verändern und weitergeben – kostenlos. Diese Offenheit hat Vorteile: Fehler und Sicherheitslücken werden von vielen Augen entdeckt, niemand ist von einem einzelnen Hersteller abhängig, und das System lässt sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Einsatzgebiete
- Server & Cloud: Der Großteil aller Webserver weltweit läuft unter Linux.
- Supercomputer: Praktisch alle der schnellsten Rechner nutzen Linux.
- Embedded & IoT: Router, Smart-Home-Geräte, Industriesteuerungen.
- Mobil: Android basiert auf dem Linux-Kernel.
- Desktop: Programmierung, Office, Gaming – alles möglich.
Was bezeichnet der Begriff „Linux“ im engeren Sinne?
Hinweis
Lass dich vom Wort „Kernel“ nicht verwirren: Im Alltag meint „Linux installieren“ fast immer eine Distribution. Im nächsten Kapitel lernst du die wichtigsten Distributionen kennen und wie du die passende auswählst.